Fürstenwalde erinnert: Zwei Gedenkveranstaltungen zum Holocaust im Januar 2026. Mit zwei Veranstaltungen erinnert Fürstenwalde im Januar 2026 an die Opfer des Nationalsozialismus und an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 81 Jahren. Im Mittelpunkt stehen dabei die Lebensgeschichten zweier Überlebender: Esther Bejarano und Eli Heymann – zwei Biografien, die exemplarisch für Leid, Widerstand und die Bedeutung von Erinnerung stehen.

Den Auftakt bildet am Samstag, 24. Januar 2026, um 15 Uhr die Lesung „Esthers Spuren“ in der ehemaligen Trauerhalle neben der Kirche in Neuendorf im Sande. Anlass ist der Jahrestag der Deportation der letzten jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner des damaligen „Landwerks Neuendorf“ nach Auschwitz im April 1943. Eine von ihnen war Esther Bejarano, die das Konzentrationslager überlebte und sich später ihr Leben lang für Antifaschismus und Aufklärung engagierte.

Der Autor Benet Lehmann (Jahrgang 1997) hat ihre Geschichte über Jahre hinweg recherchiert und in vielen Gesprächen mit ihr ein Buch über ihr Leben geschrieben. Aus diesem Werk wird er lesen und mit dem Publikum darüber diskutieren, was Erinnerung heute bedeutet und welche Verantwortung daraus erwächst. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen, eine kleine Kaffeetheke lädt zum Verweilen und Austausch ein. Der offizielle Gedenktag am 27. Januar wird in Fürstenwalde mit einer zentralen Gedenkveranstaltung auf dem Jüdischen Friedhof in der Frankfurter Straße begangen. Beginn ist um 16 Uhr. Eingeladen hat der Vorsitzende der Stadtverordneten Christian Altmann, gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Rudolph.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Gedenkens auf dem Jüdischen Friedhof in Fürstenwalde steht die Lebensgeschichte des Holocaustüberlebenden Eli Heymann, der unter anderem in Neuendorf lebte und 1943 nach Auschwitz deportiert wurde. Die Veranstaltung folgt einer würdevollen Struktur mit musikalischer Einstimmung, biografischer Würdigung, Lesungen und Momenten des stillen Gedenkens. Besonders bemerkenswert ist die aktive Mitwirkung von einer Schülerin, die gemeinsam mit dem Gedenkstättenlehrer Ingolf Pötsch das Programm inhaltlich gestalten.

Ein emotionaler Höhepunkt ist das Abspielen eines Audioguides mit Originaltönen aus Eli Heymanns Leben, ergänzt durch Gedichte der Schülerin Antonia Kvarnström sowie einen Nachruf, gelesen von Alfred Schubert von der Initiativgruppe Lager Ketschendorf. Den Abschluss bildet das Musikstück „Wir leben trotzdem“ von Esther Bejarano – ein symbolischer Bogen zwischen beiden Gedenktagen.

Die beiden Veranstaltungen zeigen eindrucksvoll, wie lokale Geschichte, persönliche Biografien und junge Perspektiven zusammenwirken können, um Erinnerung lebendig zu halten – nicht nur als Rückblick, sondern als Auftrag für die Gegenwart.

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