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Projekt »Wir dürfen nicht erlauben, die gemeinsame Geschichte als ein Ammenmärchen abzutun«

Im Rahmen des Projekts: »Wir dürfen nicht erlauben, die gemeinsame Geschichte als ein Ammenmärchen abzutun« fanden zwei Höhepunkte (an den Tagen 23.09.2011-28.09.2011 und 26.10.2011-29.10.2011) statt. Das Projekt wurde durch Small Project Fund (SPF) in der Euroregion Spree-Neisse-Bober für das Operationelle Programm der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Polen (Wojewodschaft Lubuskie) – Brandenburg 2007-2013 im Rahmen der »Europäischen Territorialen Zusammenarbeit« und das Deutsch- Polnische Jugendwerk kofinanziert.

Warum haben wir uns für solches Projektthema entschieden?

Der Kreis Nowa Sól ist ein besonderer Landkreis in Hinsicht auf seine Kultur- und Volkseinheit und seinem Bekenntnis. Hier leben seit vielen Jahren gemeinsam Leute, die  durch die geschichtlichen Ereignisse in ganz schwierige Situationen gestellt worden sind. Durch die Beschlüsse der Jalta-Konferenz wurden besonders die Nationen getroffen, die jetzt an unserem Projekt beteiligt sind. Es gibt immer noch gegenseitige Vorwürfe und  häufig Groll besonders bei der älteren Generation, und sie teilen bis heute unsere Länder. Obwohl die polnischen Westgebiete für viele Polen, Deutschen und Ukrainer die gleiche heimatliche Bedeutung haben, ruft deren Erwähnung negative Assoziationen bei jeder Nation hervor. Das Projekt soll allen veranschaulichen, dass die Betroffenen keine persönliche Schuld an dieser Situation haben und die Suche nach einer Verständigung erforderlich ist.

Junge Leute, befreit von den negativen Emotionen, haben die Chance,  Erinnerungen, die seit langem in den privaten Alben schlummern, vor der Vergessenheit zu bewahren, sie durch eigene Überlegungen zu bereichern und neue Verständigungsbrücken zu bauen.

In den historischen, biographischen und fotografischen Workshops lernten die Jugendlichen aus dem Erfahrungsschatz der älteren Generation die gemeinsame Geschichte ihrer Völker kennen, was es bedeutet, die Heimat verlassen zu müssen und in der Fremde ein neues Leben zu beginnen. Sie erfuhren exemplarisch über die persönlichen und politischen Schwierigkeiten, die am Ende des 2. Weltkrieges den Neubeginn im Nachkriegseuropa bestimmten.

Im Rahmen der praktischen Übungen wurden die Jugendlichen mit verschiedenen histografischen und biografischen Arbeitsmethoden vertraut gemacht.  z.B.:
»das didaktische Quadrat« - an einem Ort und zu bestimmten Zeitpunkt 4 Elemente miteinander verbinden zu können: die Geschichte Europas in den Jahren 1933-1947, die mündlichen Erzählungen: oral history, die eigene Geschichte- Erzählungen der Großeltern und Urgroßeltern der Jugend, die am Projekt teilgenommen haben. Recherchieren der eigenen Identität vor dem Hintergrund der Ereignisse im damaligen Europa, die Schilderung in der Perspektive der Geschichte der eigenen Familie. Die Jugend bezieht diese Inhalte auf die Gegenwart - und nutzt die Möglichkeit aus, um das eigene Milieu gestalten zu können.

Im Februar 2012 wird unser gemeinsames Projekt vorläufig mit einer Ausstellung »Woher und wohin in Europa« abgeschlossen werden.

Im Rahmen des Projekts wurde eine gemeinsames Theaterstück »Märchen über die Freundschaft und einen Schreckensdrachen« aufgeführt.

Zusammenfassend können wir feststellen:
Wir hoffen darauf, dass die durchgeführten Workshops und die Theateraufführung die persönliche Geschichte und die Erinnerung an die gestohlene Welt wiederbelebten.

Theateraufführung unter: http://www.youtube.com/watch?v=5XyWlWdbziA&feature=share

Dieser Artikel wurde von unserer Partnerschule ZSP Nr. 1 Elektryk in Nowa Sól verfasst.

Projekt »Wir dürfen nicht erlauben, die gemeinsame Geschichte als ein Ammenmärchen abzutun« - Bild 1

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