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Die Geschichte des Oberstufenzentrums Gottfried Wilhelm Leibniz

Am 01.08.1991 wurde auf der Grundlage des 1.Schulreformgesetzes des Landes Brandenburg das Oberstufenzentrum Eisenhüttenstadt gegründet. Es entstand aus folgenden beruflichen Schulen:

  • Betriebsschule des Eisenhüttenkombinates Ost
  • Betriebsberufsschule des Bau-und Montagekombinates Ost
  • Kommunale Berufsschule »Martin Andersen Nexö«
  • Betriebsberufsschule des Kraftwerks Finkenheerd und
  • Medizinische Fachschule ( Teilbereich ).

Der Unterricht wurde anfangs in vier Schulstandorten in Eisenhüttenstadt durchgeführt: Standort 1 ( Waldstraße 10 ), Standort 2 ( Karl-Marx-Straße 35 ), Standort 3  (Wilhelmstr.98 ) und Standort 4 ( Poststr. 41)  bis 1992

Entsprechend vielfältig waren auch die Ausbildungsberufe und Bildungsgänge am OSZ.

Standort 1:
Instandhaltungsmechaniker, Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker, Elektromonteur, Elektroniker, Laborant, Machinenbauzeichner, Metallbauer, Berufsfachschule Metall, Abiturausbildung, Förderklassen.

Standort 2:
Maurer, Zimmerer, Hochbaufacharbeiter, Tiefbaufacharbeiter, Baugeräteführer, Trockenbauer, Straßenbauer, Industriekaufleute, Bürokaufleute, Förderklassen

Standort 3:
Bäcker, Konditor, Fachverkäufer Backwaren, Schiffbauer, Konstruktionsmechaniker, Förderklassen

Standort 4:
Erzieher, Altenpfleger, Zahnarzthelfer, Zahntechniker,

Als neue Bildungsgänge wurden am OSZ aufgenommen: Gymnasiale Oberstufe, Fachoberschule, Assistent für Automatisierungs- und Computertechnik, Fachschule Technik, Sozialpflegeassistent, Heilerziehungspfleger.

Frühzeitig wurde am OSZ begonnen, Konzeptionen für die Einrichtung von modernen Fachräumen zu erstellen. Dazu wurden die Ergebnisse von Arbeitsbesuchen an berufsbildenden Schulen in den westlichen Bundesländern genutzt.

Im Oktober 1991 konnten bereits 7 neue Fachkabinette der Metall - und Elektrotechnik und der Computertechnik feierlich für die Ausbildung übergeben werden. Zu Gast am OSZ war aus diesem Anlass die Bildungsministerin des Landes Brandenburg, Marianne Birthler. Sie lobte die vielen Aktivitäten zur Erhöhung des Niveaus der Ausbildung.

Auch die Verbesserung der materiell-technischen Bedingungen konnte erfolgreich weitergeführt werden:

Im Oktober 1992 wurde ein neues Bäckerkabinett mit umfangreichen Baumaßnahmen eingerichtet. Es war das erste Fachkabinett dieser Art für Bäcker, Konditoren und Fachverkäufer im Land Brandenburg.

Im Februar 1993 wurden neu installierte und mit neuem Mobiliar ausgestattete Fachräume für Chemie und Physik der gymnasialen Oberstufe übergeben. Damit wurden gute Voraussetzungen für den experimentellen Unterricht geschaffen.

Mit Wirkung vom 28.04.1993 wurde der Verein zur Förderung des Oberstufenzentrums Eisenhüttenstadt gegründet. Die Pädagogen des OSZ gingen mit gutem Beispiel voran und 46 wurden Mitglieder des Fördervereins.

Mit Unterstützung von Sponsoren und von Stiftungen, wie der Bürgerstiftung Eisenhüttenstadt, der Stahlstiftung, der EKO-Stiftung Bildung Ostbrandenburg und der Stiftung der Sparkasse Oder-Spree wurden zahlreiche Projekte und Bildungsmaßnahmen vom Förderverein gemeinsam mit der Schulleitung realisiert, zum Beispiel

  • die Durchführung von internationalen Projekten und Schüler -und Lehreraustauschen im Rahmen von Comenius, Sokrates und Leonardo mit der polnischen Partnerschule aus Glogow, sowie Schulen und Universitäten aus Holland, Frankreich, Nordirland und den USA
  • die finanzielle Unterstützung von fachbezogenen Exkursionen und Klassenfahrten
  • die Durchführung des Wettbewerbs der Besten
  • In diesem Wettbewerb erhielten die besten Schüler und Auszubildenden für sehr gute schulischen Leistungen und hervorragende außerschulische Aktivitäten Urkunden, Prämien und Medaillen.
  • die Unterstützung der Schulleitung bei der feierlichen Übergabe der Abschlusszeugnisse in den verschiedenen Bildungsgängen
  • die Bereitstellung finanzieller Mittel bei der materiellen Absicherung handlungsorientierter Schülerprojekte, wie die Projekte »Praxisnahes Lernen«, »Einführungswoche für die sozialen Berufe« und »Robotino«
  • die Unterstützung der sportlichen und kulturellen Aktivitäten am OSZ, z.B. der Singegruppe und der Tanzgruppe.

Am 01.01.1994 erfolgte der Schulträgerwechsel für das Oberstufenzentrum von der Stadt Eisenhüttenstadt zum Landkreis Oder-Spree. Die laufenden Arbeiten zur schrittweisen Sanierung des Schulgebäudes seitens der Stadt Eisenhüttenstadt wurden nahtlos durch den neuen Schulträger LOS weitergeführt.

Der Beschluss des Kreistages vom 19.03.1996  über die Profilierung der Oberstufenzentren nach Bildungsgängen und Fachrichtungen hatte Auswirkungen auf die OSZ  im LOS. Bei dieser sogenannten »Berufsfeldbereinigung« verlor das OSZ Eisenhüttenstadt die Bauberufe und kaufmännischen Berufe. Gestärkt wurde unser OSZ in den Metall-und Elektroberufen. Vor allem bekam das OSZ die Ausbildung in den Handwerksberufen »Gas-und Wasserinstallateur« und »Zentralheizungs- und Lüftungsbauer».

Am 02.10.1996 besuchte der Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie, Dr. Jürgen Rüttgers das OSZ in Eisenhüttenstadt. Anlass war die Auszeichnung unseres OSZ mit einem Sonderpreis im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs »Schulen ans Netz«. Der Bundesminister sprach sich sehr lobend über die technische Ausstattung der Computerkabinette, die praxisnahe und fachübergreifende Unterrichtsgestaltung und die hochmotivierte Einstellung der Schüler aus. Dr. Rüttgers lud 20 Schüler der gymnasialen Oberstufe in das Bundesforschungszentrum für Raumfahrt nach Bonn ein. Die Einladung umfasste einen Empfang beim Bundesminister, eine Führung durch das Raumfahrzentrum, Stadtführungen in Bonn und Köln und einen Besuch der Ce-Bit in Hannover.

Der erste Europatag wurde am 07.05.1997  durchgeführt. Damit war das OSZ Vorreiter für andere Schulen.  Der Europatag wurde zu einer guten Tradition, an dem Lehrer und Schüler aus europäischen Partnerschulen zu Gast waren und europäische Projekte vorgestellt wurden. Zu Gast am Europatag war auch der Minister für europäische Angelegenheiten, Hans-Otto Bräutigam, der sich  lobend über die vielfältigen europäischen Aktivitäten am OSZ aussprach.

Am 05.05.1998 gab sich das Oberstufenzentrum Eisenhüttenstadt den Namen »Gottfried  Wilhelm Leibniz«. Lehrerinnen und Lehrer, Schüler und Auszubildende, Abgeordnete, Gäste aus der Kreis- und Stadtverwaltung sowie Vertreter der Ausbildungsbetriebe, Kammern und Innungen nahmen an der Festveranstaltung teil.

Gottfried Wilhelm Leibniz gilt als Universalgenie des 17. Jahrhunderts. Da das Oberstufenzentrum vielseitig und universell ausbildet, entschied man sich in den Mitwirkungsgremien für den Namen des großen Gelehrten. Der Name war als Ansporn und Verpflichtung für das OSZ gedacht.

Der Kreistag beschloss am 26.05.1998 den »Grundsatzbeschluss zum Um- und Ausbau des Oberstufenzentrums Eisenhüttenstadt«. Dieser Beschluss kam auf Initiative und nachhaltigem Engagement der Schulleitung, der Schulkonferenz und der regionalen Abgeordneten zustande.

Besondere Schwerpunkte waren der Anbau an das Schulgebäude für die Schaffung von Fachunterrichtsräumen und der Neubau einer Turnhalle im Standort Waldstraße.

In den Jahren 1999, 2000 und 2001 beteiligte sich das »OSZ G. W. Leibniz« am Wettbewerb »Innovative Schulen« des Landes Brandenburg. In diesem Wettbewerb wurde das OSZ mit Projekten der Fachbereiche Politische Bildung, Assistent für Automatisierungs- und Computertechnik und Soziale Berufe jeweils als innovative Schule ausgezeichnet.

Am 14. Mai 2001 wurde der Neubau eines Laborgebäudes feierlich in Anwesenheit des Bildungsministers des Landes Brandenburg, Steffen Reiche, am OSZ-Standort Waldstraße übergeben. Für 9,5 Millionen Mark entstand ein Erweiterungsbau mit 11 modernen Fachkabinetten für die Berufsfelder Metall-und Elektrotechnik. Als Geschenk hatte Minister Reiche einen Scheck in Höhe von 275 000 Mark für den Kauf von Medientechnik mitgebracht. Mit dem Schulneubau wurde das OSZ  der Forderung gerecht,  entsprechend den technischen Veränderungen in der Industrie und im Handwerk eine adäquate Ausbildung auf höchstem Niveau durchzuführen.

Im September 2003 erfolgte die Zusammenführung der Standorte Wilhelmstraße und Karl-Marx-Straße in das umgebaute Schulgebäude und den neuen OSZ-Standort  »An der Schleuse«: Damit wurden eine Reduzierung auf 2 OSZ-Standorte und gute Bedingungen für die Berufe Bäcker, Konditor, Fachverkäufer Backwaren, Erzieher, Heilerziehungspfleger Sozialassistenten,  und Zahnarzthelfern erreicht. Für diese Berufe wurden im rekonstruierten und sanierten Schulgebäude gute Voraussetzungen für eine moderne und praxiswirksame Ausbildung geschaffen.

Im Jahr 2011 erfüllte sich mit der Übergabe einer neu erbauten Sporthalle am Standort Waldstraße  ein lange thematisierter Wunsch. Damit verbesserten sich die Unterrichtsbedingungen für das Fach Sport  und die Voraussetzungen für außerschulische Aktivitäten wesentlich.

Am 02.2012 fasste der Kreistag den Beschluss zur Fusion der Oberstufenzentren von Eisenhüttenstadt und Fürstenwalde.
Mit dieser Fusion verlor das Oberstufenzentrum »Gottfried  Wilhelm Leibniz« seine Eigenständigkeit.

Am 05.09.2012 fand  in Eisenhüttenstadt ein Festakt zur Fusion der Oberstufenzentren des LOS statt. Als Ziel wurde gestellt,  das fusionierte Oberstufenzentrum des Landkreises Oder-Spree zu einer modernen beruflichen Bildungseinrichtung auszugestalten.